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Laser Lasersymbol Grundkurs Lasernummer

Beachte auch mein Starkwind-Special.

Termine 2018

Es gibt eine WhatsApp-Gruppe "Fliegende Kühlschranktür", schicke eine Nachricht an 015789073308 oder schreibe an email.

Wir können Termine kurzfristig verschieben oder anders abmachen, wenn das Wetter mal nicht passt oder so. Auszumanövrieren habe ich versucht: Feiertage, Kieler Woche und Sommerferien.

Do 24.5.2018 17:00 Boot klarmachen
Di 29.5.2018 17:00 Kurse zum Wind
Di 5.6.2018 17:00 Manöver
Di 19.6.2018 17:00 Segeltrimm
Di 26.6.2018 17:00 Bootstrim
Di 3.7.2018 17:00 Kentern leicht gemacht
Di 21.8.2018 17:00 Jux und Dollerei
Di 28.8.2018 17:00 Jux und Dollerei

Einführung

Dieser kleine Grundkurs soll einen Segler des VFS in die Lage versetzen auf dem Laser bei frischem Wind Spaß zu haben. Der Spaß beginnt, wenn das Boot ins Gleiten kommt, also etwa ab 4 Bft je nach Kurs und Besatzungsgewicht. Die Erläuterungen zum An- und Ablegen beziehen sich auf die Bootsrampe in Schilksee, von der man nach Osten blickt.

Es gibt Unterschiede, ob du zum Spaß segelst, oder Regatten gewinnen möchtest. Zum Spaß möchte ich schnell segeln, auf einer Regatta müssen Wendebojen erreicht werden. Bei wenig Wind hänge ich lieber faul auf einer Wanderjolle in der Sonne als auf dem Laser im Neo zu schwitzen. Regattasegler reiten heftiger aus und trainieren dementsprechend Bauch Beine Po.

Die Hinweise sind recht vollständig. Du kannst auch darauf verzichten (bis auf den Heckpropfen!) und learning-by-doing praktizieren. Das ist zulässig und aufregend. Habe ich auch so gemacht. Anders als bei Five und Hornhecht kann nicht viel passieren und die Kosten sind überschaubar. Überhaupt habe ich viele der Tipps hier aus eigenen Fehlern abgeleitet.

Segle eine zeitlang möglichst viel und lies nebenbei die Hinweise auf dieser Seite. Probiere die Techniken am besten praktisch aus. Unser Revier, die Kieler Außenförde, ist weitläufig. Da wir meist allein segeln, ist es verlockend einen Kurs lange beizubehalten. Besser ist es zu Beginn viele Manöver zu fahren um Routine im Wenden, Halsen und Trimmen zu bekommen. Mache z.B. eine Hafenrundfahrt über Strande, Laboe und den Schilkseer Südhafen mit Hafenbesuchen. Oder suche dir mit Hilfe von Landmarken einen Dreieckskurs aus.

Ich empfehle "Das ultimative Laserbuch" von Paul Goodison, 2008 Delius Klasing ISBN 78-3-7688-3258-8. Steht bei Aquamarin im Regal. Goodison hat im selben Jahr in Peking die Goldmedaille gewonnen. Die Konkurrenz hatte zuvor sein Buch gelesen smiley.

Voraussetzungen

Du solltest eine Jolle sicher steuern können und die Kurse am Wind kennen. Gleitjollenerfahrung ist nicht wichtig.

Wisse die folgenden Begriffe

Bekleidung

Auf die Bekleidung muss großer Wert gelegt werden. Sie muss modisch und teuer sein und der Sponsor Audi muss gut sichtbar sein, sonst sieht jeder normale Schilkseer Laserpilot, dass hier die Freizeitdeppen unterwegs sind.

Nein, mal im Ernst. Es gelten die gleichen Empfehlungen wie bei anderen Jollen. Das Lasersegeln ist allerdings nasser, besonders am Wind bei Welle. Zu Beginn der Saison ist ein Trockenanzug sinnvoll, da die Ostsee erst im Juni warm wird. Er kostet ca. 300€. Später reicht ein Neoprenanzug mit langen Armen und Beinen.

Ferner

Das Dry-T-Shirt ist ein elastisches Shirt, das über die Schwimmweste gezogen wird und dafür sorgt, dass sie eng sitzt und nichts hakt. Es weist auch Spritzwasser ab, hat jedoch sonst keine wärmende Wirkung. Neoprenschuhe sind wichtig, um dich beim Slippen vor Schnitten durch Muscheln und Scherben zu schützen. Es gibt Ausreithosen mit einer Verstärkung dort, wo du auf der Kante sitzt. Geeignete Handschuhe helfen dir die Schot zu greifen. Da sie meist aus der Hand gefahren wird, ist Kraft in der selben gefordert.

Das Boot

Der Laser ist eine einfache Einhandjolle die seit den 70ern die höchste Verbreitung aller Segelboote erreicht hat. Er ist neben dem Opti auch heute noch unangefochten die Nummer Eins. Ein wichtiger Grund ist der einfache Aufbau und die einfache Handhabung. Durch die hohe Verbreitung sind, bzw. waren, viele der besten Segler Laserpiloten und dementsprechend ist der Leistungsstand bei den Spitzenseglern hoch, was man gerade bei uns in Schilksee beobachten kann. Weil die technische Ausrüstung der Boote einfach und für alle Boote gleich ist (unter den modernen Laser mit XD-Erweiterungen), beherrschen Spitzensegler alle Feinheiten des Trimms, der Körperhaltung und der Nutzung von Wind und Wellen.

Der VFS hat zwei Laser-Jollen. Der aktuelle Laser-XD hat bessere Trimmleinen mit stärkeren Übersetzungen (mehr Blöcke), was aber nicht sooo wichtig ist. Die beiden Laser Flunder und Seezunge des VFS sind recht alt aber intakt und seetüchtig. Sie sind allerdings nicht regattatauglich wegen der nicht-originalen Teile, wie Segel und Trimmeinrichtungen. Segel und Beschläge sind austauschbar, bis auf das Ruder. Die Trimmleinen sind nicht ganz identisch.

Wir haben 2 Standard-Segel mit 7.06 m2 und 1 Laser-Radialsegel mit 5.6 m2 für Damen und andere Leichtgewichte. Für das Radialsegel gibt es ein kürzeres Mastunterteil (steht "Radial" drauf).

Wichtige Merkmale des Lasers gegenüber den meisten anderen Jollen

* Es ist aber statt des 7m²-Segels ein kleineres Radialsegel mit 5.6m² und passendem Mastunterteil vorhanden.

Segler

Das Boot eignet sich für leichte Segler bis ca. 70kg mit Radialsegel oder für schwere Segler mit dem Standardsegel. Bist du groß, kannst du besser ausreiten. Kräftige Segler können bei 5-6 Bft gut mit dem Standardsegel segeln. Habe Mut zum Kentern - es ist alles easy auf dem Laser und kaputt geht er nur, wenn du irgendwo gegenkrachst.

Der Grundkurs

Der Kurs besteht 2018 aus mindestens 7 Terminen ausser in den Ferien. Nach den Ferien können wir Themen vertiefen und wiederholen. Diese Webseite hilft bei der Vor- und Nachbereitung.

Wir messen wir uns nicht mit Spitzenseglern. Unser Ziel ist die grundlegende Handhabung des Bootes und die Nutzung der Trimmeinrichtung, sodass wir uns nicht zu schämen brauchen. Der Laser ist gut bei kräftigem Wind und den haben wir an der Ostsee oft. Wir unterscheiden uns in noch einer wichtigen Hinsicht vom Spitzensegler: Wir lernen nicht bei schwachem Wind zu segeln, denn das bringt auf dem Laser Null Spaß und wir müssen niemanden besiegen.

Kapitel 1 Lasersymbol Boot klarmachen

Aufriggen

Heck Magnify
Heckpropfen (a), Traveller (b), Splint (c)
Cockpit Magnify
Lenzerpropfen (d)
Baumnock Magnify
Unterliekstrecker (e), Schothornbändsel (f), Travellerblock (g)
Leinen Magnify
Unterliekstrecker, Cunningham, Niederholer

Unsere Laser stehen abgedeckt und abgeriggt auf ihren Slipwagen. Mit etwas Übung benötigst du 15 Minuten inklusive Umziehen, exklusive slippen. Das Zubehör ist in der kleinen blauen Kiste, die Segel sind in den Rohren. Folge zur Vorbereitung dieser Liste:

  1. Festmacher lösen, Plane abnehmen, Laserkiste öffnen
  2. Rumpf auf Slipwagen mit dem Bug zum Wind stellen
  3. Wichtig: Heckpropfen (a) verschließen (liegt in der Kiste)
  4. Ruderblatt einhängen, nach oben klappen
  5. Wichtig: Pinne unter dem Traveller (b) in Ruderbeschlag stecken und mit Splint (c) sichern, Pinnenausleger über dem Traveller
  6. Lenzpropfen (d) im Cockpit verschließen
  7. Segel ausrollen, Mastoberteil in Masttasche des Segels führen, Mastunterteil einstecken und einführen, auf richtige Lage des Lümmelbeschlages achten - er zeigt in Richtung des Segels
  8. Mast aufrichten und vorsichtig in das Deck stecken, damit die Kante des Kokers nicht ausbricht. Koker heißt das Loch für den Mast.
  9. Baum mit Unterliekstrecker (e) anschlagen und dicht holen, damit das Segel nicht killt (siehe Beschreibung unten)
  10. Schothorn am Baum befestigen (rosa Bändsel (f) doppelt mit Kreuzknoten)
  11. Schot holen bis Travellerblock (g) an der Baumnock sitzt (dann kann der Baum sich frei bewegen), Schotführung kontrollieren
  12. Baumniederholer am Baum einpicken
  13. Cunningham: kurzes Ende durch Segelöse führen und mit Palstek am Block befestigen, langes Ende durch diesen Block, den Block am Mastfuß und die Kammklemme führen. Palstek als Schlaufe ans Ende.
  14. Verklicker unterhalb des Baumes am Mast nach vorne zeigend befestigen, Sicherungsbändsel mit Kreuzknoten.
  15. Schwert in das Cockpit legen

Die Liste klingt lang, lässt sich aber so zusammenfassen: Alles was rumliegt befestigen, am besten in der richtigen Reihenfolge. Nichts vergessen.

Führe den Unterliekstrecker, indem du mit dem kurzen Ende von der Kausch beginnst, dieses durch die Rolle führst, durch das Schothorn und es am Schäkel der Rolle befestigsts. Alles Weitere wie im Bild:

Unterliekstrecker

Das Gummi ist bei unseren Lasern nicht vorhanden. An der Seezunge ist der Unterliekstrecker an der Baumnock etwas anders geführt: Eine kleine Rolle mit Haken wird am Schothorn eingehakt und nutzt die Öse an der Baumnock zur Umlenkung.

Vor dem Slippen noch einmal die wichtigsten Punkte kontrollieren:

Slippen

Bei mittlerem und starkem Wind ist es sehr wichtig, dass der Baum sich frei mit dem Segel bewegen kann, sonst kenterst du bereits an Land. Dazu wird der Travellerblock erst im Wasser am Traveller befestigt.

Such dir eine dem Wind abgewandte Stegseite und lege das Boot in den Wind. Weht der Wind zum Steg, kann sich sonst die Baumnock am Steg verheddern. Bei kräftigem auflandigem Wind gehst du entweder bis zur Hüfte ins Wasser und ziehst den Slipwagen seewärts unter dem Boot hervor, oder du schiebst es mit dem Heck voran, wobei der Baum sich zum Bug dreht. Wenn du dann das Boot zum Wind drehst, muss er sich richtig herum wieder zurückdrehen, sonst wickeln sich die Trimmleinen um den Mast.

Ich mache oft den Festmacher am Steg oder einem Schlauchboot fest und bringe den Slipwagen in Ruhe zurück, trage mich ins Buch ein und schließe die Kisten. Zurück beim Boot klappe ich das Ruder herunter, belege seinen Niederholer, stecke das Schwert, sichere es am Mast mit dem dicken Gummi und fiere die Schot, damit ich den Travellerblock am Traveller befestigen kann. Achte darauf, dass die Schot nicht vertörnt ist.

Abbauen

Sobald das Boot mit Slipwagen aus der Wasserlinie ist, öffne den Lenzpropfen im Cockpit und lasse das Wasser ab. Öffne auch gleich den Heckpropfen und schaue ob Wasser austritt. Das kann zusammen 10kg Gewicht ausmachen. Es ist schon mal der Slipwagen gebrochen, weil zu viel Wasser im Boot war.

Steht das Boot oben, entfernst du die Trimmleinen an Mast und Segel, den Verklicker, hänge den Baum aus und lege den Mast mit dem Segel.

Wenn du den Mast aus dem Segel ziehst, rechne mit einem Schwall Wasser aus dem Mastunterteil. Das Segel soll trocken aufgerollt werden.

Achte beim Aufrollen des Segels auf die Holzspiere darauf, dass es faltenfrei ist. Lege das Unterteil des Segels um (die untersten 40cm), sodass du mit einer zu den Segellatten parallelen Kante zu wickeln beginnst.

Befestige den losen Cunninghammblock wieder an der Leine, er geht sonst mit Sicherheit verloren. Knote das rosa Bändsel am Großbaum fest, damit es nicht verloren geht. Verstaue Kleinteile in der blauen Kiste.

Kapitel 2 Lasersymbol Kurse zum Wind

Dies ist das wichtigste Kapitel. Es geht um das normale Segeln bei mittlerem Wind (3-4 Bft) ohne zu viel auf den Trimm einzugehen. Für die Kurse zum Wind gilt im Wesentlichen das Gleiche wie bei anderen Booten.

Wir stellen der Einfachheit halber den Trimm vor der Fahrt ein und bedienen nur die Schot:

Während des Segelns prüfst du ständig folgende Fragen

Das Segel soll immer faltenfrei stehen. Beobachte das Vorliek. Fällt es ein, hole die Schot dichter oder falle ab. Je bauchiger das Segel ist, desto mehr Kraft entwickelt es. Die Windbändsel stehen am besten waagerecht und zeigen eine glatte Umströmung an. Die auf der äußeren Seite befindlichen Leebändsel sind wichtiger als die inneren Luvbändsel.

Je langsamer du segelst, desto weiter vorn sitzt du. Ein häufig zu beobachtender Anfängerfehler ist bei wenig Fahrt zu weit hinten zu sitzen. In Verdrängerfahrt siehst du am Heckwasser ob du zu weit hinten sitzt - es gurgelt und wirbelt unter der zu tief liegenden Kante hervor.

Am Wind

Das Schwert ist unten, die Schot ist dicht. Wichtig ist nun das aufrechte Segeln. Hoch am Wind wirst du mit dem Laser nicht gleiten. Sitze vorn, damit die Strömung am Heck sauber abläuft und du mehr Hebel zum Ausreiten hast. Klemm die Füße unter den Ausreitgurt und halte das Boot aufrecht. Achte beim Ausreiten auf gestreckte Beine und stell dir den Ausreitgurt dafür ein.

Gewöhne dich an das Ausreiten aus den Bauch- und Oberschenkelmuskeln. Beanspruche sie. Das ist das tägliche Brot des Laserseglers und auch gut für den Rücken. Spanne den Gurt nicht zu locker und achte auf gestreckte Beine, dann ist der Hebel besser. Ausreiten ist mühsam auf dem Laser. Wenn du kräftigen Wind hast, musst du später Bauch- und Oberschenkelmuskeln spüren. Ein Muskelkater ist ein gutes Signal - dann bist du auf dem richtigen Wege.

Warum wird das Boot bei Krängung luvgierig? Die Vortriebskraft kommt aus dem Segel und wandert mit ihm bei Krängung nach Lee. Der Widerstand des Bootes durch das Wasser wandert zwar auch nach Lee, aber nicht so stark. Dadurch entsteht ein Drehmoment nach Luv.

Der Laser reagiert schnell. Führe den Kurs bei Windrehungen nach bevor du die Schot bedienst. Wird der Wind stärker falle eher ab und fiere die Schot als mehr zu krängen. Achte auf das Vorliek des Segels und auf die unteren Bändsel. Das Vorliek soll nicht einfallen und die Bändsel sollen waagerecht stehen.

Es ist auf dem Laser stets besser schnell zu segeln als hoch am Wind. Bei geringer Geschwindigkeit ist nämlich die Abdrift größer, sodass du Höhe verlierst. Je schneller du bist, desto besser wirkt die Gegenkraft des Schwertes und des Ruders.

Raumer Kurs

Jeder Kurs der nicht hoch am oder vor dem Wind ist, ist schnell auf dem Laser. Achte auf den Verklicker - kommt er recht von der Seite bist du am schnellsten. Hier kommst du auch bei mittleren Winden ins Gleiten und weit heraushängen musst du dich auch nicht. Versuche das Boot zu beschleunigen, indem du das Gewicht nach hinten verlagerst.

Am besten geht es bei ablandigem Wind, denn dann ist das Wasser glatt. Gleitest du gerade nicht, beobachte die nächste Bö, bereite dich vor, indem du die Schot etwas fierst. Sobald die Bö da ist, ziehe an der Schot und das Boot beschleunigt sofort - du gleitest. Achte danach auf den Ruderdruck und das Vorliek.

Ein wichtiger Indikator für verschenktes Tempo ist die Bremswirkung des Ruders. Musst du derart an der Pinne ziehen, dass es bremst, solltest du erst darauf achten aufrecht zu segeln und dann sehen, ob du die Schot fieren kannst - eben das siehst du am Vorliek und am unteren Windbändsel.

Eine wichtige Rolle spielt der Baumniederholer bei starkem Wind.

Vor dem Wind

Dies ist ein unangenehmer und langsamer Kurs, den du freiwillig kaum segelst. Bei Hafenein oder -ausfahrt und während der Halse ist er nicht zu vermeiden. Statt platt vor dem Wind zu segeln, kreuze vor dem Wind und achte auf die Windbändsel.

Segle aufrecht und schaue dich nach Böen um. Wichtig ist ggf. den Niederholer richtig zu lösen, ohne den Baum steigen zu lassen, denn das führt zum Schaukeln. Ein zu dichter Niederholer birgt die Gefahr des Eintauchens der Baumnock. Das führt bei Starkwind zum Stoppen des Bootes, zu mehr Druck, zur Kenterung oder gar zum Verlust des Masttopps. Fiere das Unterliek, um bei leichtem Wind mehr Bauch und mehr Druck zu bekommen. Das Segel steht höchstens 90° zum Boot. Löse auch den Cunningham, damit das Achterliek sich öffnen kann, um ggf. Druck zu entlassen.

Spannend wird der Vorm-Wind-Kurs bei Wellen ab 1m und starkem achterlichem Wind. Bei Ostwindlagen hat man das oft vor dem Schilkseer Hafen. Die Halse ist dann sportlich und es droht die Luvkenterung, denn das Boot gerät kurz vor Halsen ins Surfen und beschleunigt stark. An sich eine feine Sache - aber nicht gerade für den Anfänger und nicht gerade mit der Brandung auf die Mole. Vermeide diese Situation, indem du weit vor der Mole eine Q-Wende fährst und eher halbwindig oder raumen Kurses in den Nordhafen einläufst.

Kapitel 3 Lasersymbol Manöver

Ohne Fahrt kein Manöver

Keine Fahrt zu machen bedeutet Hilflosigkeit und Hafenkino. Daher wichtig beim Ablegen: sich mit dem Boot abstoßen und sofort auf den Bug fallen, der freien Raum bietet.

Manöver sind alle Maßnahmen zur Änderung von Kurs oder Geschwindigkeit. Um ein Ziel zu erreichen sind Manöver erforderlich, die sich am Wind und am Ziel orientieren. Der Segler plant im Kopf die optimalen Manöver, um sicher und schnell ans Ziel zu gelangen. Dazu möchte ich dir hier einmal eine Grundstrategie erzählen, die alle alten Seefahrer im Blut hatten, um ihr Schiff vor einer Katastrophe zu bewahren.

Stelle dir vor eine schwere Jolle steht mit ihrem Slipwagen auf der großen Betonrampe. Sie kann leicht herunterrollen (abfallen) oder schwer nach oben gezogen werden (Höhe gewinnen). Ist sie oben, ist es leichter einen beliebigen Punkt zu erreichen, da es immer nach unten geht (wir verlieren Höhe). Sich nach oben arbeiten ist langsam und schwer, nach unten gehts von selbst. Um Höhe zu gewinnen, ist es leichter im Zickzack nach oben zu gelangen, als direkt.

Auf See ist es mit dem Wind ähnlich. Wir laufen Höhe gegen den Wind und müssen sie uns erkämpfen. Abwärts geht es leicht und schnell. Da Rahsegler schlecht am Wind laufen, ist der Kapitän bestrebt stets Höhe zu gewinnen, denn sie ermöglicht Initiative und bedeutet Sicherheit. Die Leeküste war für den frühen Seefahrer die größte Bedrohung. Die Höhe ist gut, sie ist der Schatz, den es bis zum Schluss zu bewahren gilt. In Seeschlachten zwischen Segelschiffen war immer das erste Ziel die Luvposition zu erlangen, denn sie ermöglichte die Initiative im Gefecht. Auch heute noch und sogar auf der Jolle leiten wir aus dieser Erkenntnis die Grundstrategie ab, wenn es um Sicherheit und Manövrierbarkeit geht - gewinne lieber Höhe, als abzufallen.

Auf dem Laser gilt dies grundsätzlich auch, besonders, wenn wir in engen und unsicheren Gewässern manövrieren müssen. Überlagert wird das Streben nach Höhe aber durch die Suche nach dem Wind. Bei Regatten denken die Spitzensegler darüber nach, welcher Kurs ihnen die besten Böen bietet. Oft ist die Wahl der windigen Seite der Schlüssel zum Sieg. Für dich lohnt es sich in Schilksee bei Westwind erst Höhe aufzugeben, um die Zone mit beständigem Wind zu erreichen. Bei starkem Ostwind dagegen, droht die steinige Leeküste. Dann gibst du die Höhe erst kurz vor der Einfahrt auf.

Ablegen vom Steg

Steige flach in das Boot - stehen kannst du erst mit Übung. Du kannst nicht über das Vordeck einsteigen. Krieche von der Seite ins Cockpit, das Boot kippt leicht. Das Ablegen birgt die selben Tücken wie mit anderen Jollen. Vorteilhaft ist, dass das Boot schnell reagiert. Nachteilig ist, dass das Boot schnell reagiert.

Es gibt die folgenden Gefahren bei kräftigem Wind:

Freier Start

Wenn du an einer Startlinie stehst, lege ruckartig Ruder um abzufallen.

Wenn du im Wind bereits rückwärts treibst, drücke die Pinne nach Lee und den Baum nach Luv. Merke: Mach den Zorro und bilde ein Z aus Baum, dir selbst und der Pinne.

Am Wind fällst du erstmal ab, und fiere etwas die Schot um Fahrt aufzunehmen. Dann erst gehe an den Wind.

Wende

Vermeide die Wende in Wellen und Böen und habe genügend Fahrt vor der Wende. Bei mittlerem Wind kannst du die Pinne ohne Verzug legen, nachdem du den hinteren Fuß über den Ausreitgurt gelegt hast. Wechsle die Seite spät, lasse das Boot etwas zur neuen Seite krängen und werfe dich schön auf die andere Kante, um das Boot aufzurichten. Erst auf dem anderen Bug wechselst du mit der Schothand zum Pinnenausleger und nimmst die Schot mit der anderen Hand.

Bei genug Wind kannst du die Drehbewegung des Bootes durch Gewichtsverlagerung nach Lee-vorne unterstützen. Leekrängung bewirkt Luvgierigkeit die den Laser selbst zum Wind dreht, ohne ihn durch bremsendes Ruderlegen zwingen zu müssen.

Wichtig ist, keine Fahrt zu verlieren. Falle ggf. lieber etwas ab, fiere die Schot und nimm Fahrt auf bevor du wieder an den Wind gehst.

Halse

Bei mittleren Winden ist die Halse unproblematisch. Die fierst die Schot während du abfällst und wirst, oh Wunder, dabei schneller. Das vermindert den Druck und das Überkommen des Baumes wird leichter. Du brauchst die Schot nur etwas während der Halse holen, sodass der Baum nach dem Überkommen bei vielleicht 80° ankommt.

Achte vor Wende und Halse auf einen Moment ruhigen Wassers, um das Manöver ruhiger fahren zu können.

Ärgerlich ist das häufige Hängenbleiben der Schot an der Heckkante. Das ist eine Laserkrankheit, die auch mit der schweren Schot unserer Laser zusammenhängt. Achte immer darauf, ob die Schot hängt und befreie sie ggf. mit der Hand oder dem Pinnenausleger. Laut Paul Goodison verminderst du die Gefahr, indem du die Halse weich und gleichmäßig fährst. Ich muss zugeben, dass ich das noch nicht nachvollziehen konnte. Wichtiger scheint das schnelle Holen der Schot wären der Baum kommt und eine Luvkrängung.

Achte beim Halsen in starkem Wind auf ruhiges Aufrechtsegeln. Wellen, Wind und schlechter Trimm können leicht zu einem gefährlichen Aufschaukeln führen, das zu einer Luv-Kenterung führt. Hocke in der Bootsachse, gleiche aus, aber nicht zu hektisch. Das Halsen musst du bei mittlerem Wind gut üben, damit du bei starkem Wind eine Chance hast. Eine Q-Wende ist für den erfahrenen Lasersegler keine Option - lieber kentert er.

Anluven

Den Bug des Bootes zum Wind hin zu drehen unterstützt du mit etwas Leekrängung und durch dichtholen der Schot. Bei starkem Wind setzt du zusätzlich den Niederholer durch und reitest kräftig aus.

Abfallen

Bei der Drehung weg vom Wind passt du die Segelausrichtung durch gleichzeitiges Öffnen der Schot an, sodass das Segel Druck nach vorne statt zur Seite entwickelt. Wichtiger Trick: Bei starkem Wind sollte zuvor der Niederholer etwas gefiert werden, was den Twist verbessert und eine zusätzliche Kraftkomponente nach vorne bewirkt.

Unterstütze das Ruder

Ruderlegen bremst. Das Steuern lässt sich aber durch Gewichtsverlagerung gut unterstützen. Stelle dir eine Citroen-Ente vor, wie sie um die Kurve eiert - sie krängt nach aussen! Genau das machen wir auch bei Halse und Wende: Bei der Wende krängen wir nach Lee und bei der Halse nach Luv.

Anlegen

Das Anlegen erfolgt im einfachen Falle wie bei jeder Jolle. Es wird mit einem Aufschießer im Lee des Steges oder eines Schlauchbootes eingeleitet.

Bei kräftigem Wind benötigst du für den Aufschießer wenig Raum - wende energisch, das Boot steht sofort. Bei leichtem Wind benötigst du mehr Raum, denn das Boot reagiert dann träge.

Wenn der Slipwagen bereits an der Rampe steht, kannst du es bei auflandigem Wind mit einem Lasertrick probieren. Picke 30m vor dem Ufer den Travellerblock am Heck aus - der Baum schwenkt nach vorne (vorher sind die Trimmleinen gefiert), 15m vor dem Ufer das Schwert hoch und rausgesprungen. Das Verfahren ist bei Ostwind praktisch, weil das Boot gleich richtig herum zum slippen ist. Es ist leicht genug, um mit der Hand gestoppt zu werden. Bei Westwind ist es noch einfacher. Du gehst nach dem letzten Schlag an den Wind und treibst auf die Rampe zu. Auch hier natürlich rechtzeitig das Schwert halb aufholen und 4m vor der Rampe rausspringen.

Wenn du denn Slipwagen erst holen musst, mache das Boot am Steg oder am Schlauchboot fest. Achte auf den Baum. Er muss frei schwoijen können. Picke den Travellerblock aus und hole die Schot dicht, dass der Block nicht herumschlägt. Hole das Ruder auf und lege das Schwert ins Cockpit.

Kapitel 4 Lasersymbol Segeltrimm

Ich verrate dir hier ein Geheimnis: Der Vergleich eines Segels mit einer Tragfläche führt in die Irre. Tragflächen sind starr, haben ein Volumen und werden sehr schnell umströmt. Segel haben kein Volumen, sind elastisch und werden sanft umströmt. Der in vielen Büchern zu findende Vergleich mit einer Tragfläche ist ein vereinfachtes Modell, um die Herkunft der Kraft am Segel zu erklären. Segel aus Tuch sind keine Tragflächen. Für Rückschlüsse auf die Führung des Segels ist das Modell also nicht gut geeignet. Ich möchte hier ein anderes Modell versuchen dir nahe zu bringen.

Die Umströmung des Segels

Nimm dir einen Kaffee und konzentriere dich auf den folgenden Absatz:

Mit deinem Segel lenkst du den Wind um. Damit ein Segel eine nutzbare Kraft entwickelt, muss sich eine stabile Umströmung der Luft um das Segel bilden. An Luv entsteht ein Überdruck, an Lee ein Unterdruck.

Je besser das Segel umströmt wird, desto höher werden die treibenden Drücke. Der leeseitige Unterdruck überwiegt am Wind. Vor dem Wind überwiegt der Druck als Staudruck.

Das Boot entzieht mit Hilfe des Segels dem Medium Energie. Dabei soll das Segel wie ein Quirl durch die Luft schlagen. In solch einem Falle lenkt es die Strömung nicht um, sondern verwirbelt sie nur - die nutzbare Kraftkomponente wird geringer. Kleinräumige Wirbel vermindern die nutzbare Energie des Gesamtsystems und sind zu vermeiden. Daher die Notwendigkeit Wellenbewegungen auszugleichen um den Mast ruhig zu halten.

Bei starkem Wind baut sich das System schnell auf, bei ruhigem Wind braucht es länger. Daraus folgt die Regel, die Geschwindigkeit der Manöver der Windgeschwindigkeit anzupassen.

Habe vor Augen die Stromlinien des Windes von oben betrachtet und darin ein Segel als gekrümmte Linie, die die Stromlinien leicht umlenkt. Dies ist das Bild des Systems aus Luftmasse und Segel, das du auf deinem Boot realisieren musst. Das ist der wichtigste Teil der Kunst des Segelns.

Eine Flugzeugtragfläche trifft über ihre Länge auf gleiche Windverhältnisse. Das Segel erfährt über seine Höhe einen Windgradienten (Zunahme des Windes nach oben), dem durch den Twist Rechnung getragen wird.

So. Das musste mal gesagt werden. Aus dieser Sichtweise ergeben sich einige entscheidenden Hinweise für den Trimm:

In der modernen Segeltheorie gibt es ein interessantes Modell. Darin wird die Umströmung des Windes um das Segel als großes Zahnrad beschrieben, das von einem zweiten kleineren hinter dem Segel gegenläufig angetrieben wird. Das Schöne an diesem Modell ist die Beschreibung des Systems aus Segel und Luftmasse als eine Maschine, die wir erzeugen und erhalten müssen. Als Nutzen erhalten wir unsere Energie für den Vortrieb. Ich mag das Bild, auch weil es einen Hinweis auf Drehimpulse gibt. Die Skiff-Konstrukteure sind von dem Bild erfolgreich motiviert worden.

Die meisten Jollen haben noch das Vorsegel. Betrachte das Vorsegel einer Gleitjolle als Hilfsmittel, um das Hauptströmungssystem des Großsegels zur erhalten. Es ist also nicht einfach eine weitere "Tragfläche".

In der Laserkiste befinden sich 3 farbige Kärtchen mit Trimmtabellen für das Standardsegel, auf die du vor dem Törn einen Blick werfen kannst. Sie sind für Leichtwind mittleren Wind und Starkwind.

Die im Folgenden beschriebenen Feinheiten der Segelführung sind mit modernen Trimmeinrichtungen und Regattasegeln einfacher zu befolgen. Mit unseren alten Vereinsgurken sind die Effekte nicht so ausgeprägt. Aber wir konkurrieren ja auch nicht im Regattafeld, sondern trimmen zum Spaß.

Schot und Niederholer

Mit Hilfe der Schot kontrollierst du die Stellung des gesamten Segels unter Beobachtung des unteren Windbändsels und des Vorlieks. Mit Hilfe des Niederholers kannst du das Verhältnis der Form im oberen Teil des Segels zu der des unteren Teiles kontrollieren. Ignorierst du den Niederholer, wirst du bei kräftigem Wind beobachten, dass das untere Bändsel zwar richtig steht, das obere jedoch nicht. Mit dem Niederholer kontrollierst du den Twist, also die Verwindung des Segels nach oben und zwar desto mehr je raumer du fährst. Am Wind verliert der Niederholer an Bedeutung für den Twist. Hier wird die Schot maßgeblich. Bei Starkwind kann er am Wind aber das Steigen des Baumes verhindern, wenn du dann zwangsläufig die Schot fieren musst.

Fiere also bei kräftigem Wind und raumem Kurs oder Halbwinds etwas den Niederholer, sodass du Twist ins Segel bekommst. Der im oberen Bereich des Segels stärkere Wind sieht dort ein flacheres Segel und die Kraftkomponente im oberen Teil des Segels zeigt eher nach vorn.

Ein weiterer nützlicher Effekt des Twistes ist, dass das Segel Böen etwas ausgleicht und die Gefahr des Aufschaukelns vermindert. Ist der Niederholer jedoch zu weit offen ist der Effekt gegenteilig und das Boot schaukelt sich auf.

In der folgenden Situation merke ich die Wirkung der richtigen Niederholerspannung: Ich segle bei 4-5Bft am Wind. Eine Böe rauscht heran, ich will abfallen, um mit halbem Wind spritzigen Speed zu erfahren. Doch das Boot will nicht abfallen, ohne dass ich bremsend übermässig Ruder lege. Ich verliere Fahrt, obwohl ich doch beschleunigen sollte! Dies geschieht dann, wenn ich am Wind den Niederholer dicht hatte, was das flache Profil unterstützte. Doch wenn ich jetzt abfalle bleibt das Segel flach. Löse ich jedoch den Niederholer beim abfallen, twistet (verdreht) sich das Segel im oberen Teil und das lässt eine Kraftkomponente nach vorne zu, die beschleunigt und die Luvgier mindert.

Unterliekstrecker

Mit dem Unterliekstrecker kontrollierst du direkt den Segelbauch als wichtigstes Maß für die Power des Segels. Bei starkem und bei sehr leichtem Wind hältst du das Segel damit flach. Bei starkem Wind, weil Power genug da ist und bei leichtem Wind, weil die sanfte Umströmung durch eine starke Wölbung gestört würde.

Cunningham

Der Vorliekstrecker (Cunningham) kontrolliert die Lage der größten Segeltiefe, die Öffnung des Achterlieks und die Mastbiegung. Der Vorliekstrecker wird am Wind mit zunehmendem Wind dichtergeholt. Sonst wird er gelöst. Bei raumem Startrkwind kann er etwas geholt werden um den Twist zu unterstützen.

Kapitel 5 Lasersymbol Bootstrimm

Damit ist jede Einstellung gemeint, die nicht das Segel betrifft:

Wie du weißt, lebt das Segelboot vom Spiel der Kräfte aufs Segel gegenüber den Kräften am Rumpf. Aufs Segel wirkt der Wind, auf den Rumpf im Wesentlichen das Wasser. Aus der Kraft durch den Segelbauch wird durch die Gegenkraft des Lateralplanes der Vortrieb. Diesem wirkt der Bootswiderstand über und unter Wasser entgegen.

Ruder und Schwert

Das Ruder wird immer abgesenkt gefahren. Achte darauf, dass die Leine, die das Ruder nieder hält gut in der Kammklemme belegt ist, denn die Beschläge am Heck und die Pinnenbefestigung leiden stark bei aufgeholtem Ruder. Eine kleine Metallzunge sichert den Ruderbeschlag vor ungewollter Verabschiedung des Ruders vom Boot.

Das Schwert des Lasers ist nur eingesteckt, um den Mast durch ein Gummi unter Spannung und durch ein V-förmiges Gummistück am Schotblock gegen selbsttätiges Verrutschen gesichert. Rutscht das Schwert am Wind von selbst hoch, muss das Gummi nachgestellt oder für 2€ ausgewechselt werden. Bei einem raumen Kurs kann das Schwert 20cm aufgeholt werden. Das vermindert den Reibungswiderstand. Vor dem Wind ist das nur bei leichtem Wind empfehlenswert, weil das Boot sonst leichter schaukelt.

Manchmal sammelt sich Seegras am Schwert. Entferne es durch kurzes Aufholen des Schwertes.

Reitest du am Wind heftig aus, ist es verlockend das Schwert aufzuholen und den Druck zu vermindern. Doch das führt zur Abdrift und schlechter Umströmung des Rumpfes. Falle lieber ab, fiere die Schot und werde schneller. Dann wirkt das Schwert auch noch besser und du gewinnst mehr Höhe. Am Wind, wenn dieser zu stark wird und es nicht mehr um Speed, sondern ums Nichtkentern geht, kannst du es etwas aufholen.

Rumpfneigung um Längs- und Querachse

Ähnlich wie das Segel mit dem Luftstrom ein Strömungsystem ausbildet, bildet auch das Unterwasserschiff eine Umströmung aus. Versuche genau wie am Segel Wirbel zu vermeiden und eine gleichförmige Umströmung zu erreichen.

Die Neigung des Rumpfes um die Querachse kontrollierst du durch das Körpergewicht. Sitzt du vorne, hebt sich das Heck und die Wasserlinie wird lang. Das ist bei Verdrängerfahrt wichtig (bis vielleicht 4kn), weil das Boot sich mit "seinem Wellensystem" arrangieren muss. Nun hängt die maximale Geschwindigkeit nur von der Länge der Wasserlinie ab. Das Boot liegt eingebettet zwischen Heck- und Bugwelle. Wirst du nun schneller, geht das Boot in Gleitfahrt über. Das Geräusch ändert sich und Heck- und Bugwelle verschwinden. Plötzlich ist keine Energie mehr erforderlich das Wellensystem der Verdrängerfahrt aufrecht zu halten. Die Energie steht für die Bootsgeschwindigkeit zur Verfügung. Mit der Neigung um die Querachse kontrollierst du wie weit das Heck im Wasser liegt, bzw. wie sehr der Bug sich aus dem Wasser hebt.

In Gleitfahrt hat der Rumpf das Wellensystem verlassen und rutscht über das Meer ehe dieses sich recht besinnen kann. Du kannst den Übergang von Verdränger in Gleitfahrt beschleunigen, indem du vor einer Bö oder Welle die Schot fierst und sie im richtigen Moment holst, wenn der Wind bzw. die Welle kommt. Mit diesem kleinen Zuwachs an Schub gehst du in die Gleitfahrt über. Der deutliche Wechsel ist besser als ein ständiges Hängen im Übergangsbereich.

Während des Gleitens sitzt du weiter hinten, um den Bug aus dem Wasser zu bekommen. Am Heck ist das Wasser dann zu schnell um dahinter Wirbel zu bilden.

Die Neigung des Bootes um die Längsachse haben wir bereits im Abschnitt über den Am-Wind-Kurs besprochen. Dort habe ich den Sinn des Aufrechtsegelns mit der Vermeidung der Luvgierigkeit und der damit einhergehenden Wasserbremse des Ruders begründet. Der Rumpf selbst bekommt bei der Krängung eine asymetrische Umströmung, die den Widerstand erhöht. Wenn das Boot bei hoher Fahrt krängt, bekommen Schwert und Ruder eine Funktion als Höhenruder. Diesen Effekt kann man vor dem Wind sogar nutzen, aber er kann auch zum Unterschneiden führen.

Am schönsten ist es, wenn du auf raumem Kurs auf der hintersten Ecke des Rumpfes lehnst - dann kannst du mit dem Laser locker 12kn erreichen. Darüber lacht der 505er zwar, aber dort sitzt du ja nicht 20cm über dem Wasser.

Traveller

Der Traveller ist die Leine, die quer über das Heck gespannt ist und auf der der kleine Block zur Schot läuft. Er ist immer so dicht, dass der Block die Pinne nicht behindert. Wird er zu lose, wandert am Wind die Baumnock zur Bootsmitte, was nichts bringt, da dann das Großsegel ohne Vorsegel nicht ausreichend angeströmt wird.

Lenzer

Der Lenzer ist der Gummistopfen im Cockpit. Bei Gleitfahrt kann er geöffnet werden. Wickle seine Leine um den Ausreitgurt damit er die Öffnung freigibt. Halte die Öffnung von Leinen frei. Das Wasser im Cockpit macht das Boot schwerer, erhöht die Krängung und behindert das Gleiten. Halte es also trocken.

Ausreitgurt

Die Spannung des Ausreitgurtes unterstützt dich bei der richtigen Körperhaltung. Dabei sollten die Beine gestreckt sein, damit der Hebel des Körpergewichtes länger ist. Spanne den Ausreitgurt darum nicht zu locker.

Kapitel 6 Lasersymbol Kentern leicht gemacht

Das Kentern mit dem Laser ist eine feine Sache, wenn es nicht gerade im Hafen geschieht. Im Hafen droht es bei kräftigem ablandigem Wind, weil du vor dem Wind mit Böen und Zuname im engsten Bereich rechnen musst. Blöd ist es nur, weil du dann im Wind treibend dich verheddern kannst und Hafenkino bist.

Auf See ist es im Allgemeinen kein Problem, weil das Boot mit etwas Übung so schnell wieder hochkommt, wie es umfiel. Beim Aufrichten muss die Schot lose sein. Bei größeren Jollen ist es wichtig den Rumpf vor dem Aufrichten in den Wind zu drehen. Das ist beim Laser nicht so wichtig, da er sich beim Aufrichten selbst richtig dreht. Die Leekenterung passiert meist, wenn die Krängung außer Kontrolle gerät. Der Fehler war vorher nicht konsequent ausgeritten oder zu hoch am Wind gesegelt zu haben. Während der Mast sich der Oberfläche zuneigt, suche dir die Seite aus zu der du dich bewegst. Dem Segel hinterher ins Wasser, oder besser nach Luv über die Bootskante aufs Schwert. Dann kannst du das Boot aufrichten, ohne nass zu werden, wenn du beim Hochkommen wieder ins Cockpit kletterst.

Die Luvkenterung ist schwieriger. Sie passiert gern vor dem Wind, wenn dir das Boot in einer Bö außer Kontrolle gerät. Neigt sich das Boot nach Luv, kannst du versuchen die Schot heranreißen, um die Katastrophe zu vermeiden. Kentert das Boot schließlich, steht noch der Wind auf dem Segel und du solltest die Schot nicht loslassen, sonst musst du hinterherschwimmen.

Treibst du nach einer Kenterung im Wasser bewahre die Ruhe und bleibe beim Boot. Achte darauf, dass die Schot frei ist, Schwimme zum Schwert, ziehe es ggf. ganz raus und lehne dich darauf, bis das Segel aus dem Wasser kommt, dann klettere schnell über die Kante bevor der Mast steht. Die Gefahr von Materialverlust ist nicht so hoch wie bei anderen Booten, habe schon von Mastverlusten aufgrund geringer Wassertiefe gehört, aber das ist unser Problem vor Schilksee nicht.

Höre dir der Vollständigkeit halber die folgenden Trivialitäten an:

Kapitel 7 Lasersymbol Jux und Dollerei auf dem Laser

Cockpit lenzen

Die Sorge um das Wasser im Cockpit ist der ewige Begleiter des Laserpiloten. Steht Wasser darin, lege das Bein auf den Cockpitboden und stampfe das Wasser mit dem Fuß gegen die Rückwand heraus.

Mehr Speed vor dem Wind

Glatte Umströmung des Segels ist besser als stumpfer Druck von hinten. Das Segel kann beim Laser auch schön umgekehrt angeströmt werden, indem du den Baum in Luv hältst. An den zum Mast wehenden Windbändseln erkennst du die günstige Umströmung. Halte das Achterliek, das ja nun im Luv liegt, geschlossen indem du den Niederholer dichtholst.

Ein anderer Trick ist eine gewollte Luvkrängung bei schwachem Wind, um mehr Segel in die höheren Bereiche zu bringen. Dabei ist der Niederholer lose, wenn Böen absorbiert werden sollen.

Wellen

Abhängig von der Länge der Wellen und deinem Kurs, kannst du mehr Speed erhalten durch folgende Maßnahmen.

Bei kurzen Wellen am Wind, solltest du jede Welle durch Gewichtsverlagerung ausgleichen. Trifft die Welle den Bug, reite kurz aus um den Mast aufrecht zu halten und den Bug ins Wasser zu drücken. Führe so das Boot ruhig und gerade durch die Wellen. Damit erhältst du die gleichförmige Umströmung des Segels und des Rumpfes. Du pumpst förmlich Geschwindigkeit in das Boot. Es ist eine tolle Übung für die Bauch- und Rückenmuskulatur.

Lange hohe Wellen am Wind antizipierst du durch eine andere Technik (ich weiß nicht genau was antizipieren bedeutet, aber es klingt toll an dieser Stelle). Luve vor der Welle an und lehne dich zurück und heraus. Auf dem Rücken der Welle lehnst du dich vor und fällst wieder ab.

Kein Wind? Pöh - kann ich selber machen!

Der erfahrene Laserpilot weiß, dass die Suche nach einem Paddel an Bord des Lasers keinen Erfolg zeitigt. Um bei absoluter Flaute das Boot voranzubringen kannst du selbst Wind ins Segel pumpen. Kränge erstmal schön durch Gewichtsverlagerung und schmeiße dich auf die andere Kante. Durch das Aufrichten bekommt das Boot einen Impuls nach vorne. Den selben Effekt nutzen wir bei der sog. Rollwende.

Um auch bei Nullwind und im Hafen voranzukommen, benutze dein Segel als "Luftpaddel": Stell dich auf, die Füße auf dem Deck bei den Schotklemmen, den Pinnenausleger in der Hand und den Baum in der anderen. Nun kränge nach Lee, und richte das Boot anschließend ruckartig auf, dabei kannst du den Baum etwas zu dir ziehen. Das funktioniert sehr gut und du lernst, wie leicht das Boot auf Gewichtstrimm reagiert und was das für die Segelumströmung bedeutet.

Die Rollwende

Bei schwachen und mittleren Winden kannst du bei der Wende durch starke Leekrängung und energisches Aufrichten selber Wind ins Segel pumpen und dem Boot einen Kick geben. Dabei ändert das Boot seinen Kurs durch den Wind auch ohne viel bremsendes Ruderlegen. Beobachte das Verhalten der anderen Lasersegler in Schilksee beim Auslaufen mit schwachem Ostwind oder beim Einlaufen bei schwachem Westwind.

  1. Lasse am Wind Leekrängung zu, indem du von der Luvseite hereinkommst
  2. Das Boot wird nun luvgierig und dreht durch den Wind wobei du die Drehung durch Ruderlegen zuläßt
  3. Wenn der Baum übergeht gehst du mit dem Baum mit. Es gilt den Schwung des Baumes zu verstärken
  4. Du sitzt nun auf der Leeseite und hilfst der Krängung auf dem neuen Bug nach, indem du nach Lee ausreitest, das ist die zweite Leekrängung auf dem neuen Bug NACH der Wende. Entweder krängts du mit den Beinen unter dem Gurt, oder durch den Griff zur Cockpitleiste und anschließend zum Bordrand.
  5. Das Boot muss soweit nach Lee krängen, dass die Bordkante satt ins Wasser kommt und das Schwert aus dem Wasser kommt
  6. Nun wechselst du die Seite, indem du im gekippten Cockpit hochkletterst und durch hartes Herauslehnen das Boot wieder aufrichtest

Nochmal: Krängen, Wenden, Ausreiten, jetzt erst Seite wechseln und hart ausreiten. Der Witz ist, zunächst auf der neuen Leeseite durch Ausreiten zusätzliche Krängung zu erzeugen. Die Kunst ist dann im gekippten Cockit nach Luv zu klettern und Auszureiten.

Durch das aktiv erreichte Schwenken des Mastes kannst du also deinen eigenen Wind erzeugen. Es ist ein scheinbarer Wind, durch die Relativbewegung des Mastes zur Luft. Letztlich wandelst du deine Bewegungsenergie in Fahrt um. Das ist eigentlich kein richtiges Segeln, denn Segeln bedeutet, dass du dir durch einen Minimum an Einsatz die Kräfte der Natur gefügig machst. Der Trimm soll dabei wie ein Katalysator wirken. Bei Laser-Regatten sind solche Aktivitäten wie die oben beschriebenen verboten. Pump-Bewegungen sind dort nur bei der Wende und zum kontinuierlichen Wellenausgleich zulässig. Erscheinen die Bewegungen den Schiedsrichtern zu heftig, greifen sie ein.

Abwinde

Abwinde enstehen durch Hindernisse, die Unstetigkeiten im Luftstrom zur Folge haben. Das können Böen und Windlöcher sein. Der Laser reagiert schnell darauf und es lohnt sich vorbereitet zu sein.

Yachten verursachen in ihrem Lee einen Windaussetzer - komme schnell rein, wenn du gerade ausreitest.

Große Schiffe verursachen großräumige Änderungen. Sie haben einen großen Windschatten, den du natürlich meidest, denn er kann zur Manövrierunfähigkeit führen. Da der Wind letztlich doch am Schiff vorbei muss, ist irgendwann mit einer starken Zunahme zu rechnen. Ein alter Indianer verriet mir einst an seinem Sterbebett: "Wenn du das Schiff riechst, kommt der Windstoß".

An dieser Stelle noch folgender Tipp: Wenn du durch das frische Kielwasser eines großen Schiffes fährst, hole das Schwert auf, um die starken Querströmungen zu entschärfen.

Das Revier Kieler Aussenförde

Bei Westwind lohnt es sich eine Meile raus zu segeln, dort wird der Wind stärker und beständiger. Zwischen Strande und Schilksee weht oft die "Strander Düse".

Vor der Steilküste unterhalb des Funkfeuers ist bei Westwind ein Windschatten und bei Ostwind ein Windstau. Außerdem ist dort das Wasser flach und für dünnmastige Jollen gefährlich bei Kenterung.

Bei Ostwind baut sich Seegang auf, der im südlichen Teil der Außenförde deutlich abnimmt. Der Wind dreht sich mit der Förde in sie hinein, folgt also der Küste. Im Bereich der Friedrichsorter Enge kann er noch kräftig und böig sein. Weil hier das Wasser aber recht glatt ist, kann man schön gleiten. Beim Leuchtturm verengt sich das Fahrwasser und kann schnell gequert werden. Bei kräftigem Wind ist die Binnenförde deutlich glatter als die Aussenförde.

Schattenseiten